„Soziale Infrastruktur darf nicht kaputtgespart werden.“

Bündnis plant Aktionen in Bayern

Nürnberg, 7. Juli 2026. Ein breites Bündnis verschiedener Sozialverbände und Organisationen will an diesem Mittwoch auf die Auswirkungen geplanter Sparmaßnahmen des Bundes und die Konsolidierungsvorhaben des Freistaats aufmerksam machen – und auf die Folgen für die soziale und gesundheitliche Infrastruktur hinweisen. „Soziale Angebote sind kein Luxus, den man sich in guten Zeiten leistet. Sie gehören zur Daseinsvorsorge und sind das Fundament eines funktionierenden Gemeinwesens. Wer hier spart, gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt und trifft am Ende diejenigen, die Unterstützung am dringendsten brauchen“, sagt die Präsidentin der Diakonie Bayern, Dr. Sabine Weingärtner.

Die Diakonie Bayern unterstützt die Anliegen des Aktionsbündnisses aus Arbeiterwohlfahrt (AWO), Caritas in Bayern, Bayerischem Roten Kreuz (BRK), Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB), ver.di Bayern, Katholischer Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) sowie der Psychotherapeutenkammer Bayern. Mit einem bayernweiten dezentralen Aktionstag machen die Bündnispartner auf die Bedeutung einer verlässlichen sozialen und gesundheitlichen Infrastruktur aufmerksam. Die beteiligten Organisationen wollen damit auch ein gemeinsames Signal für den Erhalt leistungsfähiger sozialer Strukturen setzen. Die Diakonie Bayern unterstützt die inhaltlichen Anliegen des Bündnisses und teilt dessen Sorge um die Zukunft der sozialen Daseinsvorsorge.

„Die Herausforderungen sind längst in unseren Einrichtungen angekommen“, so Weingärtner. „Steigende Kosten, der Fachkräftemangel und gleichzeitig wachsende Bedarfe setzen Beratungsstellen, Pflegeeinrichtungen, Dienste der Jugend- und Familienhilfe, Einrichtungen der Behindertenhilfe sowie die Migrations- und Wohnungslosenhilfe erheblich unter Druck. Wenn gleichzeitig notwendige Finanzierungsgrundlagen geschwächt werden, geraten bewährte Hilfestrukturen in Gefahr.“

Die Präsidentin der Diakonie Bayern betont, dass Reformen in vielen Bereichen zwar notwendig seien. Sie müssten jedoch das Ziel verfolgen, Versorgung zu sichern und Leistungen zu verbessern. „Reformen dürfen kein Synonym für Sozialabbau sein. Wer notwendige Veränderungen allein über Einsparungen finanziert, riskiert den Verlust von Angeboten, die für viele Menschen unverzichtbar sind.“

Besonders kritisch bewertet die Diakonie Bayern Vorhaben, die Tarifsteigerungen nicht vollständig refinanzieren oder Leistungen pauschal begrenzen. „Gerade soziale Arbeit lebt von qualifizierten Mitarbeitenden. Gute Arbeitsbedingungen und eine verlässliche Finanzierung gehören zusammen. Wer bei der Refinanzierung spart, verschärft den Fachkräftemangel und gefährdet langfristig die Versorgung.“

„Ob Pflege, Beratung, Integration, Jugendhilfe, Behindertenhilfe oder Unterstützung für Menschen in Armut und Wohnungslosigkeit: Diese Angebote verhindern Notlagen, stärken Teilhabe und entlasten Kommunen ebenso wie Familien. Ihr Wert lässt sich nicht allein in Haushaltszahlen messen“, sagt Weingärtner. „Ein starker Sozialstaat zeigt sich gerade in schwierigen Zeiten. Deshalb brauchen soziale Einrichtungen und Dienste Planungssicherheit, eine verlässliche Finanzierung und politische Entscheidungen, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen.“

 

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Veröffentlicht: 08. Juli 2026
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