Wohnungsnot

„Über 40.000 Menschen in Bayern sind wohnungslos – ein Viertel davon ist minderjährig.“

Diakonie Bayern: „Zahlen bleiben auf hohem Niveau.“

Nürnberg, 29.06.2026 – „Jeder Mensch braucht eine Wohnung. Mehr als 40.000 wohnungslose Menschen in Bayern zeigen, dass wir von diesem Ziel noch weit entfernt sind. Der leichte Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist ein positives Signal, aber ganz sicher kein Grund zur Entwarnung. Jetzt wäre der falsche Zeitpunkt, soziale Leistungen zu kürzen und die Unterstützung für Menschen mit geringem Einkommen zurückzufahren“, sagt Dr. Sabine Weingärtner, Präsidentin der Diakonie Bayern - auch mit Blick auf die geplanten Kürzungen beim Wohngeld.

Nach den am Freitag veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts waren zum Stichtag 31. Januar 2026 in Bayern 40.565 Menschen ordnungsrechtlich untergebracht und damit wohnungslos. Das sind knapp zehn Prozent weniger als im Vorjahr (44.850 Personen). Weiterhin nicht erfasst wird die sogenannte „verdeckte Wohnungslosigkeit“, also Personen, die etwa bei Freunden oder Bekannten unterkommen, sowie Menschen, die auf der Straße leben. Damit bleibt Bayern eines der Bundesländer mit den höchsten absoluten Zahlen wohnungsloser Menschen.

Besonders alarmierend sei die Zusammensetzung der Betroffenen, betont die Diakonie Bayern. Fast 40 Prozent sind Familien mit Kindern oder Alleinerziehende. Weingärtner: „In der Summe sind das fast 16.000 Menschen in Bayern.“ Mehr als jede dritte betroffene Person ist jünger als 25 Jahre, fast jede vierte sogar minderjährig. Wohnungslosigkeit treffe damit längst nicht nur Einzelpersonen in besonderen Lebenslagen, sondern zunehmend Familien und junge Menschen.

„Wer einmal seine Wohnung verloren hat, findet oft kaum noch zurück in den regulären Wohnungsmarkt. Fehlender bezahlbarer Wohnraum ist der Hauptfaktor. Deshalb brauchen wir mehr bezahlbare Wohnungen, aber ebenso gezielte Hilfen, damit wohnungslose Menschen tatsächlich wieder ein Zuhause finden“, so Weingärtner.

Mit Sorge blickt die Diakonie Bayern auch auf die Pläne der Bundesregierung, beim Wohngeld Einsparungen vorzunehmen. Gerade das Wohngeld sei für viele Haushalte mit niedrigen Einkommen ein entscheidender Baustein, um ihre Wohnung überhaupt halten zu können. „Wer beim Wohngeld kürzt, riskiert, dass aus finanziellen Schwierigkeiten Wohnungslosigkeit wird. Prävention ist menschlicher und am Ende auch deutlich günstiger als die Unterbringung in Not- und Übergangseinrichtungen.“

Die Diakonie Bayern unterstützt deshalb die Forderung der Diakonie Deutschland nach einem bundesweiten Sofortprogramm für wohnungslose Menschen. Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau müssten stärker mit der Verpflichtung verbunden werden, Wohnungen tatsächlich auch Menschen ohne Wohnung zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig brauche es einen deutlichen Ausbau der kommunalen Wohnungsnotfallhilfen sowie eine langfristige Strategie gegen Wohnungslosigkeit.

„Wohnungslosigkeit ist kein individuelles Versagen, sondern Ausdruck eines angespannten Wohnungsmarktes und sozialer Notlagen. Wer den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken will, muss dafür sorgen, dass Menschen nicht ihre Wohnung verlieren und diejenigen, die bereits wohnungslos sind, schnell wieder in eigenen Wohnraum kommen“, sagt Weingärtner abschließend.

Die Diakonie unterhält mehr als 200 Angebote der Wohnungsnotfallhilfe in Bayern. Eine Übersicht ist im Netz auf der Webseite der Diakonie Bayern (www.diakonie-bayern.de) zu finden. An 26 Standorten in Bayern wurden verschiedene Modellprojekte aus dem Aktionsplan „Hilfe bei Obdachlosigkeit“ der bayerischen Staatsregierung zur Verhinderung bzw. Überwindung von Wohnungslosigkeit realisiert; rund 75 Prozent davon erhalten mittlerweile eine Regelfinanzierung durch die jeweiligen Kommunen. In einer Broschüre werden alle Projekte vorgestellt, diese ist auch auf der Seite des Fachverbandes Evangelische Wohnungsnotfallhilfe und Straffälligenhilfe (FEWS) www.fews-bayern.de zu finden.

 

Pressekontakt:

Daniel Wagner, Pressesprecher Diakonie Bayern

+ 49 911 93 54 205

wagner@diakonie-bayern.de

 

 

Mehr Informationen

 Daniel Wagner | Pressesprecher

Tel: +49 911 93 54 205 | wagner@diakonie-bayern.de

 

www.facebook.com/DiakonieBayern

www.instagram.com/DiakonieBayern

www.linkedin.com/company/diakonie-bayern

www.youtube.com/DiakonieBayern

 

 

Spendenkonto

Diakonie Bayern

IBAN: DE20 5206 0410 0005 2222 22 | BIC: GENODEF1EK1

 

Impressum

Herausgeber:

Diakonisches Werk Bayern e.V.

Pirckheimerstraße 6 | 90408 Nürnberg

Telefon 0911 93 54 – 0

www.diakonie-bayern.de

 

 

Veröffentlicht: 30. Juni 2026
Diakonisches Werk Würzburg e. V.