Gedenken zum 16. März: Versöhnung suchen - Diakonie übernimmt für ein Jahr das Nagelkreuz
Pressemitteilung Diakonisches Werk Würzburg e.V. vom 16.3.2026:
Gedenken am 16. März – Diakonie übernimmt Nagelkreuz für ein Jahr
Mehr als 3000 Tote in 20 Minuten – der 16. März 1945 war laut Oberbürgermeister Martin Heilig eine „Zäsur“. Er sprach von dem „Moment, in dem die Zeit stehen blieb und Würzburg in Flammen aufging“. Am Würzburger Hauptfriedhof gedachte er gemeinsam mit den Bürgermeisterinnen Judith-Jörg-Roth und Sandra Vorlova der Kriegstoten mit einer Kranzniederlegung. Etwa 50 Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, um gleichfalls in Trauer und Gedanken an Versöhnung innezuhalten.
Seit über 25 Jahren engagiert sich die ökumenische Nagelkreuzgemeinschaft für Frieden und Aussöhnung an vielen Orten der Welt. Nach der Zerstörung der Kathedrale von Coventry (England) am 14./15. November 1940 durch deutsche Bombergeschwader wurde aus drei Zimmermannsnägeln, die aus den Trümmern des Gotteshauses geborgen worden waren, ein Nagelkreuz gefertigt. Seit 2001 ziehen Vertreter der Stadt, der beiden großen Kirchen und der Nagelkreuzgemeinschaft am 16. März mit diesem Kreuz auf einem „Weg der Versöhnung“ durch Würzburg. Jedes Jahr übernimmt eine andere örtliche Einrichtung dieses Nagelkreuz, um es unter den Menschen ihres Wirkungskreises „wandern“ zu lassen.
In diesem Jahr wird die Würzburger Diakonie das Nagelkreuz von Monat zu Monat an ihre Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Altenheimen und Beratungsstellen weitergeben, um so für Erinnerung und Versöhnung zu werben. „Wenn ich sehe, wie viel Mühe wir uns um jeden einzelnen Menschen machen, dann verstehe ich immer mehr wie absurd der Krieg ist. Immer zerstört er das Leben von Menschen. Ohne Frieden ist alles nichts“, sagte Diakonievorstand Andreas Schrappe bei der Entgegennahme des Nagelkreuzes und der Versöhnungsstatue der Initiative. Besonders beeindruckt zeigte sich Schrappe davon, dass schon 1940 der damalige Domprobst Richard Howard die Worte „Father forgive“ an die Chorwand der Ruine in Coventry hatte anbringen lassen, „damals war der Krieg ja bei Weitem noch nicht zu Ende“.

16 mal läutete die Versöhnungsglocke auf dem Hauptfriedhof, die aus Resten sowjetischer Schrappnelle gegossen wurde. Danach zog die Gedenkgemeinde zum Hauptbahnhof. Dort ist die Diakonie Einrichtung „Underground“ eine Anlaufstelle, im Schwerpunkt für junge Menschen bis 27 Jahre, aber auch für Ältere.
„Bei uns kann man einfach zur Ruhe kommen, reden, etwas essen, wir kochen gemeinsam. Es gibt Duschen und Waschmaschinen. Wir gehen aber auch aktiv durch die Parks und suchen die Menschen auf, die wir kennen, die uns ansprechen oder die sich offensichtlich in schwierigen Lebenslagen befinden“, erklärte Einrichtungsleiter Stefan Seehaber.
Über die Fachstelle für Suizidberatung, die in Domnähe liegt und von Diakonie und Caritas gemeinsam getragen wird, klärte Leiterin Sonja Liebig auf.

Den Endpunkt des Weges bildete der Wilhelm-Schwinnplatz vor der Stephanskirche, auf dessen Bodenplatten die Worte „Versöhnung“ in verschiedenen Sprachen eingelassen sind und der deshalb im Volksmund immer mehr auch Platz der Versöhnung genannt wird. Das Evangelische Beratungszentrum der Diakonie liegt nur drei Schritte entfernt. Schrappe, der das Zentrum leitet, berichtete kurz von den Angeboten im Bereich der Erziehungs- und Familienhilfe sowie der Paarberatung. Abschließend lud Hausherr Jürgen Dolling gemeinsam mit Domvikar Dr. Matthias Leineweber zu einem kurzen geistlichen Ausklang und einer Nachlese bei Kaffee und Gebäck in die Stephanskirche ein.

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Diakonisches Werk Würzburg e. V.