Fachakademie
Philipp-Melanchthon Fachakademie für Sozialpädagogik

Lerninhalte

Einen ersten Überblick über die Inhalte des Lernstoffs enthält der Lehrplan für Fachakademien für Sozialpädagogik

Was es alles in unserer Fachakademie zu entdecken gibt, ist bald in der Zeitung nachzulesen. Ihr könnt es aber hier schon sehen:

Pressemittteilung der Diakonie vom 21.3.2022

Neue Fachakademie für Sozialpädagogik in Würzburg - Diakonisches Werk will bereits im September mit der Ausbildung der Studierenden beginnen

Berufliches Schulzentrum Philipp-Melanchthon: Neben der etablierten Berufsfachschule für Kinderpflege soll ab September 2022 die neue Fachakademie für Sozialpädagogik ihre Tore öffnen (Foto: Ulrike Wiesen-Dold)

Das Curriculum wartet mit Überraschungen auf: In der neuen Philipp-Melanchthon-Fachakademie für Sozialpädagogik können die Studierenden tiergestützte Therapie kennenlernen oder bei einer Exkursion nach Finnland erlebnispädagogisch geschult werden. Das Besondere an der Ausbildung, die im September in Würzburg starten soll, ist weiterhin, dass auch auf eine Tätigkeit in der stationären Jugendhilfe vorbereitet wird. Maximal 25 Plätze stehen im ersten Ausbildungsjahr zur Verfügung. Anmeldungen sind noch möglich.

Die Fachakademie versteht sich als Stätte des Lehrens und Bildens, aber auch als Ort des Forschens, erläutert Wolfgang Beckmann von der Evangelischen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe (EKJFH), der das Konzept federführend mitentwickelt hat. Während die meisten Akademien für Sozialpädagogik Kindergärten und Krippen im Fokus haben, können sich angehende Erzieherinnen und Erzieher auch schwerpunktmäßig für die Heimerziehung qualifizieren.

Dabei sollen die großen Gestaltungsspielräume genutzt werden, die in der Heimerziehung möglich sind: „Man kann zusammen mit den Jugendlichen seine Hobbys ausüben, sei es Mountainbiking oder Klettern.“ Die Studierenden erlernen und erforschen den Umgang mit Teenagern, die aus unterschiedlichen Gründen in ihrer Herkunftsfamilie keine allzu guten Erfahrungen gemacht haben.

Das Team der Akademie ist bestrebt, die Studierenden für die Zukunft fit zu machen. Es geht also nicht nur um die Herausforderungen im Hier und Heute. Darum wird auf ökologische Themen großer Wert gelegt. ErzieherInnen, so Beckmann, haben die Aufgabe, jungen Menschen Kompetenzen für einen nachhaltigen Lebensstil zu vermitteln, wachsen diese doch in eine Welt hinein, die durch Klimawandel, Artensterben und Wasserknappheit bedroht ist.

In der neuen Fachakademie lernen die Studierenden ökologisch nachhaltig, inklusiv und interkulturell zu arbeiten. Die Ausbildung dauert insgesamt drei Jahre. Zwei Jahre lang findet sie in der Schule statt. Im dritten Jahr wird ein Berufspraktikum abgeleistet, so Beckmann: „In diesem dritten Jahr verdienen die Studierenden bereits eigenes Geld.“

Erfahrene PädagogInnen stehen den Studierenden hilfreich zur Seite. Die im theoretischen Ausbildungsteil eingebetteten Praktikumseinsätze können in einer Kita, aber eben auch in den verschiedenen Wohngruppen der Evangelischen Jugendhilfe in Unterfranken abgeleistet werden. Die Studierenden erfahren dort beispielsweise, wie der Alltag in einer Wohngruppe gestaltet ist und welche Möglichkeiten es in der Heimerziehung gibt, Freizeit sinnvoll zu gestalten.

„Die Atmosphäre in der Philipp-Melanchthon-Schule ist familiär“, so Beckmann. Das garantiert einen intensiven Austausch zwischen dem 15-köpfigen Dozententeam und den Studierenden.

Der Fachkräftemangel in der Heimerziehung, der sich von Jahr zu Jahr verschärft, war Anlass für das Diakonische Werk Würzburg, die neue Ausbildung anzubieten. Deutschlandweit wächst der Bedarf nach Erzieherinnen und Erziehern, so Ulrike Wiesen-Dold, Leiterin der Berufsfachschule für Kinderpflege und zugleich zukünftige Leiterin der Fachakademie. Dies liegt unter anderem am neuen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung. Allein in Kitas sollen inzwischen 230.000 Erzieherinnen und Erzieher fehlen. Der Mangel an pädagogischen Fachkräften in der stationären Jugendhilfe führt mancherorts inzwischen bereits dazu, dass Kinder, die unbedingt einen Heimplatz benötigen, abgewiesen sowie Starts von Gruppen in Kindertagesstätten aus Personalmangel verschoben werden mussten.

Schulische Voraussetzung für die neue Ausbildung ist die Mittlere Reife. Die Bewerber sollten außerdem einschlägige Vorerfahrungen mitbringen, etwa durch eine Ausbildung zur Kinderpflegerin bzw. Kinderpfleger. Wer nach dem Abitur oder Fachabitur in die Ausbildung einsteigen möchte, muss 200 Stunden Praxiserfahrung nachweisen. Beckmann: „Es ist jedoch kein Problem, das Praktikum vor Beginn der Ausbildung im September bei uns in der Einrichtung zu absolvieren.“ Schulgeld oder Anmeldegebühren fallen nicht an.

  

Diakonie Deutschland: Bundesweit sind etwa 525.000 hauptamtliche Mitarbeitende in rund 31.500 ambulanten und stationären Diensten der Diakonie wie Pflegeheimen und Krankenhäusern, Beratungsstellen und Sozialstationen mit 1,15 Millionen Betten/Plätzen in der Diakonie beschäftigt. Der evangelische Wohlfahrtsverband betreut und unterstützt jährlich mehr als zehn Millionen Menschen. Etwa 700.000 freiwillig Engagierte sind bundesweit in der Diakonie aktiv.

Das Diakonische Werk Würzburg ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein mit rund 900 hauptamtlich und 630 ehrenamtlich Zusammenwirkenden. Der Verein ist u.a. im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, Altenhilfe, allgemeinen Sozialberatung, Behindertenarbeit und der psychosozialen Dienste tätig. Nähere Informationen: www.diakonie-wuerzburg.de.